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Pflegegeld – Wichtige Informationen

Pflegegeld Tabelle mit Euro ScheinenBereits im 19. Jahrhundert war der Begriff Pflegegeld die Bezeichnung der finanziellen Unterstützung für Kranke und Pflegebedürftige. In einer Krankenanstalt sollten auf diese Weise eine ärztliche Behandlung etwaige Behandlungen durch die Patienten bezahlt werden können. Heute ist das Pflegegeld in der Bundesrepublik Deutschland eine Sozialleistung, welche sowohl die Durchführung als auch Gewährleistung der Qualität von pflegebedürftigen Menschen sicherstellen soll. Das Geld für die Pflege von Menschen kommt allerdings auch für diverse Leistungen von Jugendämtern zum Einsatz. Insbesondere der Unterhalt von Pflegekindern spielt in diesem Zusammenhang eine tragende Rolle innerhalb dieses Sozialsystems. Die Pflegeversicherung bzw. Pflegehilfsleistungen in der Sozialhilfe sind im Sozialgesetzbuch (SGB) unter § 37 SGB XI und § 64 SGB XII geregelt.

Voraussetzungen für die Inanspruchnahme von Pflegegeld bei Pflegestufen

Grundsätzlich sollen pflegebedürftige Menschen selbst darüber entscheiden dürfen in welcher Form und durch wen die Pflege stattfinden soll. Hierbei können sie zum Beispiel Sachleistungen (die Hilfe von Pflegediensten) oder Geld zur Pflege bzw. Pflegegeld beantragen. Letzteres setzt voraus, dass die häusliche Pflege in Eigenleistung durch Angehörige oder qualifizierten Ehrenamtsträgern sichergestellt ist. Das Geld für die Pflege wird jeden Monat entsprechend des jeweiligen Satzes an die betroffene Person durch die Pflegekasse überwiesen. Daraufhin wird das Pflegegeld an die betreuende Person weitergegeben oder für Heilmittel eingesetzt. Um individuelle Umstände in vollem Umfang berücksichtigen zu können, lassen sich Pflege- und Sachleistungen miteinander kombinieren. Im Rahmen der Abrechnung vermindert sich vor diesem Hintergrund das Geld zur Pflege anteilig um die Stunden oder Tage der in Anspruch genommenen Sachleistung durch einen Drittanbieter.

Die drei Pflegestufen

Derzeit unterscheidet der Gesetzgeber zwischen drei Pflegestufen. Versicherungen aus der Privatwirtschaft berücksichtigen in der Regel für die Abrechnung ebenfalls die gesetzlich festgelegten Pflegestufen. Pflegestufe I liegt dann vor, wenn eine erhebliche Pflegebedürftigkeit vorliegt. Der Hilfebedarf beträgt hierbei mindestens 90 Minuten pro Tag. 50 Prozent dieser Zeit müssen auf die Grundpflege verwendet werden. Sollte eine schwere Pflegebedürftigkeit vorliegen und ein 180 Minuten langer Hilfebedarf pro Tag gerechtfertigt werden, kommt die Pflegestufe II in Betracht. Der Grundbedarf beträgt 120 Minuten. Mindestens 300 Minuten pro Hilfebedarf sowie eine Grundpflege von mindestens 240 Minuten sind in Pflegestufe III enthalten. Per Definition spricht der Gesetzgeber bei dieser Stufe von „schwerster Pflegebedürftigkeit“.

Sofern der Pflegeaufwand die dritte Pflegestufe in einem hohem Maß übersteigt, kommt ein Härteantrag in Frage. Gesetzliche Pflegekassen entscheiden bei Vorlage aller relevanten Unterlagen, ob ein weitere Leistungen durch die betroffenen Person in Anspruch genommen werden dürfen.

Pflegestufe I
Erhebliche Pflegebedürftigkeit
Hilfebedarf min. 90 Minuten pro Tag. 50% müssen auf Grundpflege verwendet werden
Pflegestufe II
Schwere Pflegebedürftigkeit
180 Minuten langer Hilfebedarf pro Tag. Der Grundbedarf beträgt 120 Minuten
Pflegestufe III
Schwerste Pflegebedürftigkeit
Mindestens 300 Minuten pro Hilfebedarf sowie eine Grundpflege von mindestens 240 Minuten

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